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Falscher Planet, falsches Jahrtausend umreisst sehr gut, warum das Netz eben nicht nur ein besseres Telefon- und Briefverteilsystem is, und warum Denkansätze der Politik die eine solche Anschauung zur Grundlage haben, zum Scheitern verurteilt sind. Ich bin mir immer noch nicht schlüssig, ob die Protagonisten von CDU/CSU und SPD unserer Zeit wirklich nicht merken, dass sie gerade dabei sind Zensur defakto im Netz zu implementieren, oder ob es wirklich deren Ziel ist. Vermutlich sieht die Antwort von Abgeordneten zu Abgeordneten anders aus. Einen Herrn Schäuble halte ich für zu intelligent das zu übersehen, dem werfe ich eiskalte Absicht unter dem Deckmantel von "wir sind ja die Guten, dann ist das auch keine Zensur, sondern einfach notwendig" vor. Aber was ist mit den vielen anderen wie eben jener Prof. Rupert Schol, der in "Unter Piraten - Wem gehört das geistige Eigentum?" mit Dirk Hillbrecht dem Vorsitzenden der Piratenpartei diskutieren durfte? Auch wenn eben dieser Rupert Schol, nicht zuletzt dank einem parteiischen Moderator, der so wenig vom Thema versteht, dass er vermutlich nicht mal gemerkt hat wie parteiisch er gehandelt hat, in dem Interview die Oberhand behalten hat. Seinen nicht gerade zahlreichen Argumenten hatte er das nicht zu verdanken. Trotzdem glaube ich, dass dieser Mann aus Überzeugung spricht und handelt, und deshalb nicht anerkennt, dass das was er dort vertritt schlicht und einfach Zensur in ungekanntem Ausmaße ist. Das seine Haltung zum Stoppschild nebenbei Kinderpornographie fördert, kann jemand, der das Netz nur als etwas günstigeres Kommunikationsmedium sieht, gar nicht erst begreifen. Auch der eingangs verlinkte Artikel von Kristian Köhntopp leidet unter der Sprachlosigkeit zwischen denen die das Netz leben und denen die es nur, wenn überhaupt, in geringen Teilen nutzen. Diese Sprache gilt es zu entwickeln. Dazu muss man reden. Nicht unter "uns", nicht in den Blogs, sondern mit den vielen anderen Menschen die uns umgeben, angefangen mit unserer eigenen Oma, unseren eigenen Eltern, Tanten und Onkeln. Es gilt einfache und verständliche Worte zu finden für das, was uns alle längst umgibt und beherrscht (auch jene, die in diesem Land leben und einen Computer nie berührt haben) und sich schlicht das Netz nennt. |
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Es ist Wahlkampf und die Generation der Politiker die vom Netz keine Ahnung hat, versucht bei den Wählern die vom Netz ebenfalls keine Ahnung haben mit markigen Sprüchen zu Punkten. Immer wieder wird gefordert, dass die virtuelle Welt kein rechtsfreier Raum sein dürfe. Dabei ist das Netz schon längst viel stärker reglementiert, als man das mit der Realität je könnte. Betinna Winsemann zeigt in Telepolis anschaulich, wie grob falsch die Behauptung eines rechtsfreien Raums im Netz ist. |
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... Menschen mit Waffen tun das. Ein 59-jähriger Dorfbewohner mitten im Elsass gehört jedenfalls nicht in die Gruppe der typischen Killerspieler ... |
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Die Sauerlandgruppe wurde in den Medien erleichtert als heimische Terroristen angenommen, fühlten wir uns in Deutschland nach 9/11, Madrid und London richtiggehend außen vor. Der Deutschlandfunk hat mit "Ein Käfig voller Enten? " näheres zu den Ereignissen gesammelt. Mir drängt sich der Verdacht erneut auf, dass hier einiges vom Timing her einfach zu gut gepasst hat. |
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Immer wieder findet sich die arme Seele, die doch nur ein wenig patriotisch sein möchte und "nicht darf". Doch nennen wir das Kind beim Namen: Nationalstolz ist das deutsche Wort. Stolz an sich ist schon eigentlich eine der weniger noblen Eigenschaften eines Menschen. Allein, dass sich Stolz im Allgemeinen auf etwas selbst geleistetes bezieht, schwächt den unangenehmen Beigeschmack dieses Charakterzuges etwas ab. Zu Recht macht der Stolze auf das selbst geleistete aufmerksam.
Nationalstolz ist hingegen Stolz für Arme. Mangels eigener Leistungen spricht man sich selbst die Erfolge einer Gemeinschaft zu, der man ja angehört und für deren Leistungen man irgendwie immer auch mit verantwortet. Bezeichnend ist hier, dass man bei sich selbst immer nur das Positive verortet. Auf die Taten der Ahnen möchte man sich nur zu gern beziehen, nie aber auf ihre Untaten. Den Sinn oder Nutzen des Nationalstolzes konnte noch niemand schlüssig erklären, außer eben das dumpfe Polemisieren gegen Dritte um von eigenen Problemen und Versagen abzulenken. Patriot ist nur eine nette Umschreibung für den nützlichen Idioten, den man ausbeuten kann und der es einem auch noch mit glühender Begeisterung dankt.
Aber natürlich darfst auch du gern nützlicher Idiot sein, werter Leser, auch das fällt unter Meinungsfreiheit. Nur warum stört es gute Patrioten immer, wenn man ihre Führer als das bezeichnet was sie sind: Populisten? Liegt es daran, dass diese Bezeichnung sie immer wieder an das erinnert, was ihre eigene jämmerliche Rolle in diesem Spiel ist? |
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In seinem Programm fordert die hier absichtlich nicht verlinkt Pro-Köln-Bewegung: " Aggressives Betteln gehört unterbunden." Der Punkt des Bettelns zeigt, aus welch gut bürgerlich geistig armen Milieu die Verfasser stammen. |
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Nachdem die Wogen sich ein wenig geglättet haben, möchte ich ebenfalls zu diesem Thema ein paar Zeilen verfassen. Das Interview der ARD durch Thomas Roth mit Wladimir Putin ist eines der Interessantesten seit langem. Auch wenn die ARD natürlich durchaus abwägende Entscheidungen treffen muss und unter Umständen solche Interviews berechtigt kürzt, steht ihr im Internet unbegrenzter Raum zur Verfügung. Es ist vollkommen unverständlich, warum dieser nicht gleich genutzt wurde. Ebenfalls fragwürdig ist aber die Auswahl der Kürzungen. Mit tendenziös sind diese noch zurückhaltend beschrieben. Der Spiegelfechter hat einiges dazu zusammengetragen: Das Interview Das vollständige Interview ist nach beträchtlichem Druck auf die ARD nun in voller Länge online und wirklich sehenswert. Die unterschiedlichen Längenangaben von allen Seiten rühren von den Übersetzungspausen her. Putin beweist mit seinen Antworten große Intelligenz, in die Fallen die Roth ihm stellt tappt er nicht. Derart elloquente Politiker sind eigentlich ein Traum jeder Demokratie, leider ein Traum, den wir in Deutschland schon lange nicht mehr geträumt haben. |
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Bilder sagen mehr als tausend Worte. Der Bildessay "Bolivia's Cocaine Trade: A Bitter Leaf" führt eindrücklich vor Augen gegen wen der Kampf gegen die Drogen eigentlich geführt wird. Man kann es nicht oft genug betonen. Einzig die komplette Legalisierung aller Drogen kann die mafiösen Strukturen des Vertriebes stoppen. Die Produzierenden sind oft genug nicht besser dran, als die Süchtigen in unseren Städten. Das große Geld wird an unserer Politik verdient, nicht am Leid der Drogenopfer. Wenn man all das Geld des Antidrogenkampfes in Suchtprävention und Aufklärung stecken würde, hätte man vermutlich sogar eine reale Chance in diesem ungleichen Kampf. |
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